• Bitte nicht räuspern, wenn der Frosch im Hals sitzt

Erste Hilfe gegen den Frosch im Hals

Immer dann wenn man es am wenigsten brauchen kann, schnürt der berühmte „Frosch im Hals“ einem vermeintlich die Kehle zu.

In Meetings, bei Präsentationen oder wichtigen Personalgesprächen tritt dieses ungute Gefühl im Kehlkopf gerne auf. Mit konsequentem Räuspern versucht man den unangenehmen Schleim zu lösen oder das eventuelle Versagen der Stimme zu umgehen. Doch Vorsicht!

Sich räuspern erzeugt nur noch mehr Schleim und Unbehagen im Kehlkopf!

 

WUSSTEN SIE SCHON…

In Situationen, in den man viel sprechen muss oder vor einem Publikum agiert, ist eigentlich nicht der Schleim das Problem, sondern

  • die zu flache Atmung
  • das unter Anstrengung sprechen
  • und die dann auftretenden muskulären Spannungsketten im Schulter- und Halsbereich.

Der berühmte Frosch im Hals tritt also erst als Folge von Anstrengung und muskulärem Fehlverhalten beim Sprechen auf. Was eigentlich in solchen Situationen wahrgenommen wird, ist der harte und unter extremer Spannung entstehende Verschluss der Stimmlippenritze (Glottis). Dieser fühlt sich an wie ein starker Druck auf dem Kehlkopf und lässt die Stimme etwas höher als normal klingen, zusätzlich ist sie eher flach und weniger resonanzreich. Die Intonation und Modulation des Gesagten fällt zunehmend schwerer.

Klassischerweise würde man sich nun mit einem kräftigen Räuspern behelfen, um sich dieses unangenehmen Gefühls zu entledigen. Helfen wird das Räuspern aber leider recht wenig. Was bleibt, ist nur eine kurzfristige Entlastung der Stimme. Zudem steigert sich wiederholtes Räuspern häufig zu einem ständigen sich Räuspern müssen während des Sprechens. Dies wird vom Publikum als sehr störend und unangenehm wahrgenommen und überträgt sich zu alledem auf die Zuhörer.
HINWEIS: Beobachten Sie sich selbst, wie Sie körperlich reagieren, wenn Sie einem Redner zuhören, der sich ständig räuspern muss. Sie werden bemerken wie auch Sie sich stimmlich und körperlich nicht mehr ganz wohl fühlen, obwohl Sie selbst gar nicht aktiv sprechen.

 

Salopp könnte man behaupten: Wer sich räuspert, versucht einen Marathon mit zusammengeknoteten Schnürsenkeln zu laufen. Man kommt zwar irgendwie im Ziel an, aber sicher nicht in Bestzeit.

 

GEBEN SIE DEM SCHLEIM EINE CHANCE

Der Schleim auf den Stimmlippen hat eine Schutzfunktion und ist im Grunde sogar als positiv zu bewerten! Er federt den Druck ab, unter dem sich die Stimmlippen schließen.
In den meisten Fällen kann man sogar sehr gut mit einer gewissen Portion Schleim auf den Stimmlippen sprechen. Denn nach einer Weile „wandert“ der Schleim den Kehlkopfdeckel hinauf und fällt in die Speiseröhre. Das Problem einen „Frosch im Hals“ zu haben, löst sich somit ganz von allein auf.

 

TIPPS FÜR DIE PRAXIS

  • Räuspern Sie sich nicht, sondern husten sie stattdessen ein- bis zweimal kurz.
  • Trinken sie etwas Wasser, bzw. achten Sie bereits im Vorwege auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.
  • Aktivieren Sie Ihre Bauchatmung.
  • Halten Sie Ihre Schultern entspannt und locker.
  • Achten Sie beim Sprechen darauf, nicht ihren Kiefer anzuspannen oder mit „Druck“ zu sprechen.
  • Halten Sie das Gefühl von Schleim im Hals aus und sprechen Sie locker weiter. Sie werden bemerken, dass sich die Kehlkopfmuskulatur wieder entspannt.

 

Wenn Sie diese Tipps befolgen, ist der „Frosch im Hals“ kein großes Problem mehr. Und Ihre Zuhörer können Ihren Worten entspannt folgen, ohne durch ständiges Räuspern abgelenkt zu werden.

 

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